06.11.2026
Wirksamkeit des Familienrat-Verfahrens bestätigt – Leitfaden des Deutschen Vereins bietet Praxishilfe
Der Familienrat ist ein partizipatives Verfahren der Kinder- und Jugendhilfe, das insbesondere bei familiären Konflikten, in Krisensituationen und auch bei Fragen des Kinderschutzes eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt steht die aktive Beteiligung der Familien und jungen Menschen sowie ihres sozialen Umfelds. Gemeinsam mit Verwandten, Freund*innen und weiteren Vertrauenspersonen entwickeln die Familien eigenverantwortlich Lösungen für ihre Herausforderungen. Dabei werden die vorhandenen Ressourcen und Unterstützungsmöglichkeiten des familiären und sozialen Netzwerks gezielt einbezogen und gestärkt.
Seit 2010 stand das Thema Familienrat auch auf der Agenda des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. (DV). Der Internationale Sozialdienst (ISD) im DV stellte das aus Neuseeland stammende Verfahren als Best-Pratice-Beispiel im Rahmen von Fachveranstaltungen vor, um zu zeigen, wie Vorgehensweisen in der Sozialen Arbeit anderer Länder in Deutschland Anwendung finden können. Aus diesen regen Zusammenarbeiten u.a. mit dem Jugendamt Berlin-Mitte entstand der Leitfaden "Familienrat in der Praxis", der im Verlag des Deutschen Vereins erschienen ist.
Das Verfahren rückt aktuell wieder stärker in den Fokus: Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf haben den Familienrat in Marzahn-Hellersdorf durch das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism) evaluieren lassen: Das zentrale Ergebnis zeigt, dass der Familienrat wirkt und Familien in schwierigen Situationen hilft: Zu den Ergebnissen der Evaluation
Jedes Jahr findet zudem das Netzwerktreffen des Familienrats statt. 2027 geht das Netzwerktreffen nach Augsburg: Prisma e. V. richtet dort das 20. deutschsprachige Netzwerktreffen Familienrat aus: Netzwerkkonferenzen e.V.
Alle Infos zum Leitfaden "Familienrat in der Praxis" finden Sie bei den Publikationen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.: Bundeszentrale Fachpublikationen