Foto der Bühne und des Publikums bei der Veranstaltung

Wie gelingt es, dass Kinder- und Jugendhilfe, Schule und Gesundheitswesen gemeinsam Verantwortung für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen übernehmen?

Mit dieser Frage beschäftigten sich der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. und die Bundesarbeitsgemeinschaft Allgemeiner Sozialdienste (BAG ASD) bei ihrer Kooperationstagung vom 14. bis 16. Oktober in Hannover unter dem Titel „Kommunale Verantwortungsgemeinschaften bilden- wie kann die Kooperation von Jugendhilfe, Schule und Gesundheitswesen im Kinderschutz erfolgreich gelingen?

Die zentrale Botschaft: Guter Kinderschutz gelingt nur gemeinsam!

Dafür braucht es verbindliche Kooperation, klare Zuständigkeiten, gegenseitiges Vertrauen und Kontakte, ausreichende Ressourcen und eine gemeinsame Haltung. Vor allem aber braucht es die konsequente Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.

Was brauchen Kommunen, um integrierte Bildungs-, Schutz- und Teilhabestrukturen zu schaffen?

  • Gemeinsame Planung: Inklusive Jugendhilfeplanung und integrierte Sozialplanung müssen Bedarfe, Daten und Perspektiven aus unterschiedlichen Bereichen (auch aus Schule und Gesundheit) zusammenführen.
  • Verbindliche Verantwortung: Öffentliche und freie Träger, Schule, Gesundheitswesen und weitere Akteur*innen müssen gemeinsam an Lösungen arbeiten.
  • Beteiligung stärken: Kinder, Jugendliche und ihre Familien sind nicht nur Adressat*innen von Leistungen, sondern Rechtsträger*innen mit eigenen Perspektiven und Beteiligungsrechten: Beteiligung als Qualitätsmerkmal einer inklusiven Jugendhilfeplanung einsetzen
  • Verlässliche Kooperation gestalten: u.a. mit Kooperationsvereinbarungen, dem Einsatz von Fachbeiräten, Runden Tischen oder kommunale Kinderschutznetzwerke können Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg stärken.

Dabei gilt: Die Kinder- und Jugendhilfe darf nicht zur Ausfallbürge für strukturelle Defizite (auch) anderer Systeme wie z.B. Schule werden. Vielmehr sollte der Mehrwert gemeinsamer Verantwortung für alle Beteiligten sichtbar gemacht werden; alle beteiligten Systeme sollten im kontinuierlichen Austausch bleiben und Kooperation gemeinsam und rechtebasiert gestalten.

Das Ziel sollte sein: eine kommunale Infrastruktur, die sich an den Rechten, Bedarfen und Teilhabemöglichkeiten junger Menschen orientiert – inklusiv, abgestimmt und gemeinsam verantwortet.

Herzlichen Dank an alle Referent*innen für ihre wertvollen Impulse und Erfahrungen sowie an alle Teilnehmenden für ihre engagierte Mitwirkung und die lebendigen Diskussionen!

Denn Kinderschutz ist eine gemeinsame Aufgabe!

Mit Impulsen von: Dr. Norbert Beck, Heinz Müller, Prof. Dr. Wolfgang Mack, Julia Karpf, Kerstin Blochberger,  Theresa Böcke, Christian Scharfe, Kerstin Kubisch-Piesk, Bernhard Redecker, Anke Berkemeyer, Corsi Peters, Dr. Manuel Munz, Prof. Dr. Heike Wiemert, Dr. Ulrike Degenhardt, Friederike Hecht;  Stefan Wittrahm