Hilfe zur Pflege: Mit KI zu einfacheren Anträgen

Entbürokratisierung in der Hilfe zur Pflege – Der „Arbeitskreis Grundsicherung und Sozialhilfe“ beriet in seiner Sitzung im Juli, wie Startups, Sozialämter und Pflegedienstanbieter für eine Vereinfachung der Antragstellung zusammengebracht werden können

Wie kann die Beantragung von Leistungen der Hilfe zur Pflege bei den Sozialämtern vereinfacht werden? Dies war eines der zentralen Themen, mit denen sich der Arbeitskreis Grundsicherung und Sozialhilfe in seiner digitalen Beratung am 2. Juli 2026 befasste.

Hilfe zur Pflege ist ein Teil der Sozialhilfe. Sie tritt dann ein, wenn die soziale Pflegeversicherung und das Einkommen eines Pflegebedürftigen nicht ausreichen, den Pflegeaufwand sicherzustellen. Seit Jahren nimmt der Anteil der Hilfe zur Pflege zu, insbesondere auch aufgrund der hohen Eigenanteile, die Pflegebedürftige in Pflegeheimen aufbringen müssen. Die Folge sind hohe Lasten nicht nur für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen, sondern auch für die mehr als 400 Sozialämter in Deutschland, die die Anträge entgegennehmen und bearbeiten. Hieraus folgen zum Teil lange Bearbeitungszeiten in der Antragstellung für Pflegebedürftige und Pflegedienste und -einrichtungen.

Dringend gefragt sind also Lösungen, die es ermöglichen, mehr Fälle zu bester Qualität zu bearbeiten. Im Arbeitskreis wurde hierzu ein Pilotprojekt aus dem Vorhaben „Agentic AI Hub“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) vorgestellt und diskutiert. In dem Pilotprojekt werden Start-ups aus dem CareTech-Bereich mit Fachkräften aus kommunaler Sozialverwaltung und Pflegeanbietern zusammengebracht, um mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz die Antragstellung in der Hilfe zur Pflege für Pflegedürftige und ihre An- und Zugehörigen zu vereinfachen.

Erste Erfahrungen zeigen, dass KI-Systeme Prozesse beschleunigen und Mitarbeitende entlasten können. Sie können Anträge selbständig vorprüfen, Dokumente analysieren und Entscheidungsvorschläge für die verantwortlichen Fachkräfte vorbereiten. Voraussetzung hierfür sind ortsangepasste Lösungen. Die Expertise der Fachkräfte aus Kommunalverwaltung und Pflegediensten und die Bürger*innen als Nutzer*innen sind in die Entwicklung einzubeziehen. Dieser Weg, so eine Schlussfolgerung des Arbeitskreises, sollte weiter beschritten werden.

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