Fachtagung „Forum Monetäre Leistungen für Familien und Kinder“

Unter dem Titel „Vom Leistungsdschungel in den neuen Sozialstaat“ fand am 27. April 2026 das diesjährige Forum Monetäre Leistungen für Familien und Kinder statt. Diese regelmäßig stattfindende Veranstaltung befasst sich – mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung – seit 2014 regelmäßig mit der Diskussion um die notwendige Weiterentwicklung des Systems monetärer Leistungen für Familien und Kinder und konnte in diesem Jahr in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung in den Räumen der Landesvertretung Niedersachsens in Berlin durchgeführt werden. Gut 90 Teilnehmende diskutierten gemeinsam, welche Auswirkungen die Vorhaben des Koalitionsvertrags und insbesondere die Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform für Familien und Kinder haben können und sollten. Sowohl in der Zusammensetzung der Referienden als auch im Kreis der Teilnehmenden spiegelte sich die notwendige gemeinsame Diskussion von einerseits Bund, Land, Kommunen, freier Wohlfahrt, Wissenschaft, Verbänden und parlamentarischem Raum und andererseits verschiedenen Ressorts aus dem sozial- und familienpolitischen Bereich wider. Unter den Anwesenden war die breite Unterstützung der Empfehlungen der Sozialstaatskommission als auch die Bereitschaft, sich konstruktiv in deren Umsetzung einzubringen, deutlich spürbar. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es nunmehr darum geht, gemeinsam und ressortübergreifend gute, praxistaugliche und konsistente Konzepte und Gesetzentwürfe zu erarbeiten, um die seitens der Sozialstaatskommission identifizierten Ziele zu erreichen:

  • Es sollten spürbare Erleichterung für die Bürger*innen erzielt,
  • der Verwaltungsvollzug erleichtert und
  • ein digitaler Neustart des Sozialstaats auf den Weg gebracht werden.

Dabei dürfen Modernisierung und Effizienzsteigerungen in der Verwaltung nicht zu Lasten von anspruchsberechtigten Familien und Kindern gehen. Das soziale Schutzniveau muss bewahrt und systematische Verschlechterungen müssen ausgeschlossen werden. Dass dies ein wichtiger, aber eben auch anspruchsvoller Balanceakt ist, den Politik nun gehen muss, verdeutlichten die Diskussionen bspw. zur Ausgestaltung eines einheitlichen Sozialleistungssystems. Von einem solchen wären natürlich auch Familien und Kinder betroffen: Wenn Sozialverwaltung und Sozialrecht einfacher und bürgerfreundlicher werden sollen, wenn es einheitliche Anlaufstellen, gebündelte Leistungen und die Sicherstellung bspw. des Once-Only-Prinzips geben wird, wird dies auch spürbar bei Familien und Kindern ankommen, ihnen die Zugänge zu den Leistungen und den Alltag erleichtern. Die Fachtagung griff sodann mit dem antraglosen Kindergeld, welches bei planmäßigem Verlauf des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens bereits im März nächsten Jahres die ersten Familien erreichen könnte, sowie dem Unterhaltsvorschuss, der aktuell verschiedentlich diskutiert wird, ganz konkrete familienpolitische Leistungen auf, die sich direkt an Familien und Kinder richten. Damit Familien und Kinder aus dem Leistungsdschungel raus- und gut im neuen Sozialstaat ankommen, wird es wichtig sein, spezifische Bedarfe verschiedener Familienformen zu berücksichtigen und auch das Zusammenspiel der Leistungen und Verwaltungsbedarfe in der Gesamtschau auf Ebene der einzelnen Familien im Blick zu behalten, um strukturelle Verschlechterungen zu vermeiden. Als Fazit bleibt für den Deutschen Verein wichtig: Wir brauchen ein verständliches und funktionierendes Sozialleistungssystem. Auf dieses werden wir weiter gemeinsam mit allen relevanten Akteuren hinarbeiten und die Stellungnahme des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. zu den Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform vom 27. Januar 2026 mit Blick auf ihre Umsetzung intensiv diskutieren.