07.01.2026

Altenhilfe- und Pflegestrukturen stärker miteinander verzahnen – Empfehlungen des Deutschen Vereins

Das Bild zeigt eine Situation in einem Pflegeheim. In der Mitte unterhalten sich ein Mann, der in einem Rollstuhl sitzt und eine Frau mit Gehhilfe. An den Rändern des Bildes sind mehrere Senior*innen zu sehen. –

Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. für eine integrierte Senior*innenpolitik: Vernetzung von Altenhilfe- und Pflegestrukturen vor Ort

In unserer Gesellschaft des langen Lebens müssen Bedingungen guten Lebens im Alter aktiver als bisher als Aufgabe aller Verantwortlichen verstanden und gestaltet werden. „Alter“ darf nicht allein mit Pflegebedürftigkeit gleichgesetzt werden. Notwendig ist eine umfassende, kommunal verankerte Senior*innenpolitik, die Selbstbestimmung, Prävention, Teilhabe und Selbsthilfe in Bezug auf ältere Menschen in den Mittelpunkt stellt.

„Die Vernetzung von Altenhilfe- und Pflegestrukturen ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einer integrierten Senior*innenpolitik in den Kommunen. Zugleich werden Schnittstellen zur Prävention und Gesundheitsförderung sowie Eingliederungshilfe sichtbar. Bund und Länder sind gefordert, insbesondere gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die eine Vernetzung von Altenhilfe und Pflege in Verbindung mit Prävention und Gesundheitsförderung und der Eingliederungshilfe vereinfachen“, so Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Um dies zu erreichen, wurden Empfehlungen für die Steuerung und Gestaltung einer integrierten Senior*innenpolitik sowie für die Weiterentwicklung der Beratungsstrukturen im kommunalen Raum formuliert:

  • die Schaffung flächendeckender Planungsgrundlagen
  • das Neudenken von Netzwerkstrukturen inkl. Care Management
  • die Stärkung zivilgesellschaftlicher und ehrenamtlicher Mitverantwortung im Sinne von Sorgenden Gemeinschaften/Caring Communities
  • die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Teilhabe, Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation im Alter
  • die Weiterentwicklung dezentraler, integrierter, aufsuchender und präventiver Beratungsangebote

Die Empfehlungen richten sich vor allem an Landkreise und kreisfreie Städte sowie kreisangehörige Städte und Gemeinden als steuernde und koordinierende Akteure vor Ort. Explizit sind auch die Pflege- und Krankenkassen aufgefordert, die Umsetzung zu unterstützen. Übergreifend werden Bund und Länder adressiert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. für eine integrierte Senior*innenpolitik: Vernetzung von Altenhilfe- und Pflegestrukturen vor Ort sind unter https://www.deutscher-verein.de/fileadmin/user_upload/dv/pdfs/Empfehlungen_Stellungnahmen/2025/DV-3-25_Vernetzung_von_Altenhilfe-und_Pflegestrukturen.pdf abrufbar.

Veranstaltung
Das „Podium Altenhilfe: Handlungsfelder einer integrierten Senior*innenpolitik: Teilhabe und Bildung im Alter“ findet vom 4. bis 6. Mai 2026 in Berlin statt. Es ist ein bundesweites Fachforum zur Diskussion aktueller Entwicklungen und Fragestellungen der Seniorenpolitik. Anmeldeschluss 3. März 2026. Weitere Informationen: https://www.deutscher-verein.de/events/detail/podium-altenhilfe-2026/

Für Hintergrundfragen oder Interviews stehen wir gern zur Verfügung.

Über den Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer, der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation sowie der Migration und Integration.