Vormundschaft und Pflegschaft gem. §§ 1773 ff. BGB – rechtliche und sozial-pädagogische Kompetenzen für die Vertretung und Interessenwahrnehmung Minderjähriger

  • Datum: 17.10.2018, 14:00 Uhr bis 19.10.2018, 13:00 Uhr
  • Zielgruppe: Vormundinnen und Vormünder, Pfleger/innen in der Phase des Einstiegs in das Aufgabenfeld oder am Anfang einer schon aufgenommenen Tätigkeit. Amtsvormundinnen und Amtsvormünder, Vereinsvormundinnen und Vereinsvormünder und Berufsvormundinnen und Berufsvormünder, Koordinationsfachkräfte im Jugendamt oder bei Vormundschaftsvereinen mit dem Auftrag der Werbung und Vorbereitung ehrenamtlich tätiger Vormünder.
  • Anmeldung bitte bis: 20.08.2018, 23:59 Uhr
  • Veranstaltungsnummer: AT 4220/18
  • Ort: Wyndham Hannover Atrium | Karl-Wiechert-Allee 68

Termine


Modul 1 -- 17.10.2018 · 14.00 Uhr – 19.10.2018 · 13.00 Uhr
Modul 2 -- 27.11.2018 · 14.00 Uhr – 29.11.2018 · 13.00 Uhr

Einleitung


Aktuell bestehen ca. 65.000 Vormundschaften und Pflegschaften in Deutschland. Die Führung der Vormundschaft bzw. Pflegschaft für und mit Minderjährigen stellt dabei zweifellos eine der komplexesten beruflichen Tätigkeiten in der Jugendhilfe dar. Die fachlichen und professionellen Anforderungen an die Fachkräfte in diesem Aufgabenbereich sind ausgeprägt und entwickeln sich stetig weiter. Der Fachkräftebedarf ist entsprechend hoch. Eine Vormundschaft bzw. Pflegschaft zu führen bedeutet für die Fachkraft stets, im Spannungsfeld der Rechte und Interessen des Kindes oder des Jugendlichen und den systemisch-gesellschaftlichen Anforderungen an diese zu agieren. Dabei gilt es, den Blick auf das Kind nicht zu verlieren. Der betroffene junge Mensch hat einen Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Somit auch auf eine individuelle Förderung, die eine autonome und selbstbestimmte Lebensführung ermöglicht.
Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen in der Regel vor Einrichtung einer Vormundschaft oder Pflegschaft schon auf eine gravierende Negativentwicklung und Benachteiligung zurückblicken. Auch dieser Umstand verweist darauf, dass Vormundinnen und Vormünder und Pfleger/innen im Kontext ihrer Tätigkeit in einem besonderen Verantwortungsbereich der Jugendhilfe aktiv sind.

Ziele


Auseinandersetzung mit relevanten rechtlichen und fachlich-sozialpädagogischen
Grundlagen des Führens der Vormundschaft bzw. Pflegschaft. Reflexion und Diskussion der Rolle und fachlichen Haltung als Vormund/ in oder Pfleger/in.

Konkret: der/die Minderjährige (Kind, Jugendliche/r) steht im Mittelpunkt.
Bedeutung für die vormundschaftliche Praxis. Vormundinnen und Vormünder und Pfleger/innen im Helfersystem.

Inhalte


·· Rechtliche Grundlagen, u. a. Vormundschaftsrecht §§ 1773 ff., Verfahrensrecht
§§ 151 ff. FamFG, Sozialleistungen, Haftung als Vormund/in.
·· Elemente der Rollengestaltung und des Rollenverständnisses in der Vormundschaft sowie Abgrenzungsfragen. Entwicklung einer Rollenidentität als Grundlage einer individuellen Konzeptentwicklung zur Führung der Vormundschaft bzw. Pflegschaft.
·· (Sozial-)Pädagogische Handlungselemente – Das Führen einer Vormundschaft/Pflegschaft als Beziehungsarbeit. Was benötigen die Betroffenen, um gute Bedingungen des Aufwachsens und der gesellschaftlichen Integration/Teilhabe erreichen zu können?
·· Entwicklungsbedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen unter schwierigen Bedingungen und in prekären Lebenslagen.
·· Aufträge und Rollen der Kooperationspartner der Vormundinnen und Vormünder im Helfersystem. Kommunikation, Kooperation, Hilfeplanung/ Hilfemanagement
und Abgrenzungen.
·· Lernen am Fall: Reflexion und Erörterung geeigneter Fallbeispiele der Teilnehmer/innen.
·· Vormundschaft in Entwicklung – Gesetzgebung, Angebotsformate, wissenschaftliche und statistische Aspekte.

Kursorganisation/Arbeitsformen


Die Akademietagung besteht aus zwei Modulen mit sechs Seminartagen (2 x 3 Tage) mit einem angemessenen zeitlichen Abstand. Herstellung einer prozessualen Komponente zur Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis.

Modul 1 ist mit inhaltlichen Schwerpunkten geplant.
Modul 2 vertieft diese Schwerpunkte und fokussiert dabei die Praxisperspektive.

Arbeitsformen: Diskursive Inhaltsvermittlung, Arbeitsgruppenphasen u. Fallarbeit,
Fall-/Praxisreflexion mit kreativen Darstellungsformen. Zwischenund
Abschlussauswertung.


Veranstaltungsleitung (fachliche Fragen)
Wolfgang Rüting, berufliche Tätigkeit in der Jugendhilfe, u. a. Vormundschaften.
Dipl.-Sozialpädagoge, Supervisor DGSv.
awrwaf@rueting.eu


Dokumente:

Auszug Veranstaltungsheft [PDF, 500 KB]
Anmeldung Tagungsstätte [PDF, 430 KB]


Kosten:

Veranstaltungskosten Deutscher Verein:
Mitglieder: 690,00 € | Nichtmitglieder: 862,50 €

Tagungsstättenkosten (incl. Unterkunft/ Verpflegung/ Raum- und Technikkosten und gesetzl. Ust.):
Mitglieder: 564,00 € | Nichtmitglieder: 564,00 €

* Sie haben die Auswahl zwischen drei Pauschalen der Tagungsstätte. Die Höhe der anderen Pauschalen entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular. Die Buchung mindestens einer Tagungspauschale, die damit für jeden Tag der Veranstaltung festgelegt ist und nicht geändert werden kann, ist Voraussetzung zur Teilnahme an der Veranstaltung. Wir bitten Sie, sich rechtzeitig anzumelden, um sich die Übernachtung zu sichern.


Anmeldung:

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Sachbearbeiter/in:

Mark Ernstberger
Telefonische Sprechzeiten: Mo. - Mi. von 9:00 - 14:00 Uhr, Do. von 9:00 - 16:00 Uhr, Fr. von 9:00 - 12:00 Uhr

Tel: +49 30 62980 606
Fax: +49 30 62980 650
E-Mail: ernstberger@deutscher-verein.de




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