Fachforum 2.8: Gemeinsam hoch hinaus – Teilhabe durch inklusives Klettern

Zusammenfassung

Das Fachforum wurde von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) initiiert und von Katrin Degenhardt von der Handicap-Klettergruppe der Kölner Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) durchgeführt.

Die BGW hat aktuell eine Studie beim Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) in Auftrag gegeben, die untersuchen soll, inwieweit inklusives Klettern die Wiederherstellung von Teilhabe im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung unterstützen kann.

Flankierend thematisiert die BGW dieses Thema auf geeigneten Veranstaltungen, um Rückmeldungen zu sammeln. Entsprechend war das Fachforum auf dem 81. Deutschen Fürsorgetag sehr praxisorientiert gestaltet. Nach einer kurzen Einführung ging es an den BGW-Kletterturm, wo die Teilnehmenden in Ausrüstung und Grundprinzipien eingewiesen wurden und dann eigene Erfahrungen machen konnten. Schnell wurde klar, dass Klettern nicht ausschließlich ein Sport durchtrainierter Athleten ist, sondern ein Sport für alle sein kann.

Beim Klettern geht es dabei darum, eigene Stärken zu entdecken, Vertrauen aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen beziehungsweise sich in die Verantwortung anderer zu begeben. Das Klettern kann Kernkompetenzen wie Selbstvertrauen und Planungshandlung stärken und positiv beeinflussen. Diese Kompetenzen sind gerade für das Erwerbsleben von Bedeutung.

Je nach Art der Behinderung werden Kletternde mit Handicap von bis zu zwei „Beikletterern“ unterstützt oder es kommen technische Hilfsmittel zum Einsatz.

So konnten auch auf dem Fürsorgetag Menschen mit Behinderung die aufregende Erfahrung machen, dass sie mehr können als sie dachten. Für Menschen ohne Handicap konnte durch einfache Zusatzausrüstungen (Augenbinden, verschiedene Fehlsichtbrillen, Nichteinsatz einzelner Arme oder Beine) eine Beeinträchtigung simuliert werden, so dass auch sie die Erfahrung machen konnten, was es bedeutet, mit Handicap zu klettern. Eine wechselseitig inklusive Erfahrung also, die auch außerhalb des Workshops am BGW-Ausstellungsstand auf große Resonanz stieß.

Unterstützt wurde die BGW durch die Handicap-Klettergruppe der Kölner Sektion des DAV. Die Gruppe besteht seit dem Jahr 2013 und ist die erste Kölner Klettergruppe, die allen Menschen gleichermaßen offensteht. Unter den über 50 Aktiven zwischen 20 und 70 Jahren sind auch MS- und Schlaganfallbetroffene, psychisch behinderte sowie sehbehinderte Menschen oder solche mit Amputationen mit dabei.



Veranstaltung von:

Logo BGW

Mitwirkende

Moderation

  • Katrin DegenhardtDeutscher Alpenverein, Sektion Köln/Rheinland

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