Dokumentation P 4503

P 4503/19 "Zusammenarbeit in Beratung, Planung und Versorgung in der Kommune. Zur Entwicklung zukunftsfähiger Hilfe und Pflegestrukturen", 13.05.2019 bis 14.05.2019, Berlin

Die Versorgung Pflegebedürftiger findet heute in einem zunehmend differenzierten und komplexen System statt. Die Spezialisierung setzt ein hohes Maß an Wissen um geltende Ansprüche, geeignete Angebote und ihre mögliche Verzahnung und Abstimmung voraus. Zur Überwindung von Schnittstellen und zur Stabilität der häuslichen Versorgung sind die Vernetzung von Hilfen und die Verzahnung von Leistungen dringend notwendig.

Welche Möglichkeiten gibt es für Kommunen und andere Akteure auf der lokalen Ebene, die Zusammenarbeit aller Beteiligten in Beratung und Versorgung zu verbessern? Welche Formen der Zusammenarbeit in Beratungsstellen lassen sich für Kommunen und Pflegekassen finden? Können regionale Ausschüsse oder Pflegetische die Weiterentwicklung der pflegerischen Infrastruktur und Versorgung vorantreiben? Und welche Formen der Vernetzung unterschiedlicher Hilfsangebote haben sich in den vergangenen Jahren entwickelt?

In der Veranstaltung sollen innovative Ansätze in den Kommunen zur Vernetzung und Kooperation in der Pflegeberatung, der Pflegestrukturplanung sowie in der Versorgung und Unterstützung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen vorgestellt werden. In Arbeitsgruppen sollen bestehende Probleme der Zusammenarbeit herausgearbeitet und differenzierte Lösungsstrategien diskutiert werden. Die Fachtagung dient dem Erfahrungsaustausch von Beteiligten und Interessierten der Netzwerkarbeit auf kommunaler Ebene.

Programmablauf

P 4503/19 Programmablauf gesamt [PDF, 350 KB]


P 4503/19 Impuls Vorträge

P 4503/19 Stärkung von Kooperation und Vernetzung in der Kommune – was waren die Intentionen des Gesetzgebers – Vortrag [PDF, 170 KB]
Referent: Dr. Martin Schölkopf, Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Inhalt: Vortrag und Diskussion behandelten die gesetzlichen Maßnahmen auf Bundesebene zur Stärkung von Kooperation und Vernetzung in der Kommune.


P 4503/19 Gute Versorgung und Pflege in Sozialraum und Quartier – Vortrag [PDF, 1,7 MB]
Referentin: Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, Katholische Hochschule Freiburg
Inhalt: Vortrag und Diskussion behandelten Voraussetzungen und Bedingungen guter Pflege in Sozialraum und Quartier im Sinne des Konzepts der „Caring Community“.

P 4503/19 Netzwerke zur pflegerischen Versorgung auf kommunaler Ebene – Chancen und Herausforderungen – Vortrag [PDF, 1,2 MB]
Referentin: Dr. Franziska Laporte Uribe Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)
Inhalt: Vortrag und Diskussion behandelten die Chancen und Herausforderungen von Netzwerken zur pflegerischen Versorgung auf kommunaler Ebene.

P 4503/19 Best Practice – Beispiele aus der Praxis mit anschließenden Arbeitsgruppen
In Form eines Gallery Walks haben sich vorgestellt:
•Anke Weidemeier, Demenz-Netzwerk-Uckermark e. V.
•Mortimer Graf zu Eulenburg und Johanna Gernentz, Gerontopsychiatrisch-Geriatrischer Verbund Charlottenburg-Wilmersdorf (GPV) e.V.
•Reinhard Pohlmann, Seniorenbüros der Stadt Dortmund
•Iris Groß und Johannes Weber, Altenarbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden, Amt für Soziale Arbeit
•Anne Gundermann, Pflegekreise im Landkreis Elbe-Elster
•Ulrich Heise, Regionale Pflegekonferenz Landkreis südliche Weinstraße


P 4503/19 AG 1: Zusammenarbeit und Qualität in der Pflegeberatung

Inhalt: Zusammenarbeit und Qualität in der Pflegeberatung in der Kommune

P 4503/19 Altenarbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden – Präsentation [PDF, 850 KB]
Referentin/Referent: Iris Groß und Johannes Weber, Altenarbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden, Amt für Soziale Arbeit

P 4503/19 Seniorenbüros der Stadt Dortmund – Präsentation [PDF, 750 KB]
Referent: Reinhard Pohlmann, Seniorenbüros der Stadt Dortmund
Ergebnis: In Bezug auf die Pflegeberatung wurde festgestellt, dass häufig ein Beratungsbedarf über pflegerische Aspekte hinaus bestehe. Kommunale Beratungsstellen könnten den Aufbau sozialer Netze in der Nachbarschaft koordinieren und fördern und damit das Ehrenamt stärken. Sie können dazu beitragen, Barrieren für vulnerable Gruppen abzubauen und soziale Teilhabe trotz Armut im höheren Alter ermöglichen. Aus Wiesbaden wurde berichtet, dass gute Beratungsstrukturen zu Ersparnissen in der Hilfe zur Pflege führen würden. Probleme werden dort gesehen, wo Pflegekassen alleine arbeiten.

P 4503/19 AG 2: Vernetzung in regionalen Pflegeausschüssen

Inhalt: Bildung von und Kooperation in regionalen Pflegeausschüssen

P 4503/19 Pflegekreise im Landkreis Elbe-Elster – Präsentation [PDF, 340 KB]
Referentin: Anne Gundermann, Pflegekreise im Landkreis Elbe-Elster

P 4503/19 Regionale Pflegekonferenz Landkreis Südliche Weinstrasse – Präsentation [PDF, 370 KB]
P 4503/19 Netzwerk Pflege Rheinland-Pfalz – Präsentation [PDF, 270 KB]
Referent: Ulrich Heise, Regionale Pflegekonferenz Landkreis südliche Weinstraße
Ergebnis: Stadt- und Landräte bzw. Oberbürgermeister spielen eine zentrale Rolle bei der Initiierung von regionalen Pflegeausschüssen (hier ist anzumerken, dass es sich bei den Praxisbeispielen noch nicht um die in § 8a SGB XI normierten regionalen Ausschüsse handelt, sondern um Pflegekonferenzen (Rheinland-Pfalz) bzw. Pflegekreise (LK Elbe-Elster)). Grundlegend sei, dass Pflege und Leben im Alter als Querschnittsaufgabe verstanden und die strukturelle Vernetzung der Fachbereiche in der Verwaltung entsprechend gefördert werde. Es wurde betont, dass die entsprechenden Strukturen von unten aufgebaut werden müssten bei gleichzeitiger Unterstützung von Landesebene. Insbesondere für Flächenlandkreise mit kleinen Kommunen und Gemeinden seien Steuerung und gemeinsam entwickelte Ziele auf Landkreisebene notwendig.

P 4503/19 AG 3: Zusammenarbeit in Versorgungsnetzwerken

Inhalt: Zusammenarbeit in Versorgungsnetzwerken

P 4503/19 Gerontopsychiatrisch-Geriatrischer Verbund Charlottenburg-Wilmersdorf – Präsentation [PDF, 650 KB]
Referent/Referentin: Mortimer Graf zu Eulenburg und Johanna Gernentz, Gerontopsychiatrisch-Geriatrischer Verbund Charlottenburg-Wilmersdorf (GPV) e.V.

P 4503/19 Demenz-Netzwerk Uckermark – Präsentation [PDF, 900 KB]
Referentin: Anke Weidemeier, Demenz-Netzwerk-Uckermark e. V.
Ergebnis: In der AG 3 zu den Versorgungsnetzwerken wurde diskutiert, inwiefern eine Vereinsgründung sinnvoll oder notwendig ist. Im Ergebnis wurde festgehalten, dass diese Rechtsform zwar durchaus von Vorteil sein kann, z.B. für die Einwerbung von Fördermitteln, jedoch nicht unabdingbar notwendig sei. Wichtig sei allerdings die Einbindung der Kommune in die Arbeit des Netzwerks. Folgende Punkte seien für eine gute Zusammenarbeit in Netzwerken wichtig:
-Herstellung von Vertrauen und Verbindlichkeit
-Festlegung gemeinsamer und übergreifender Ziele
-Vereinbarung kooperativer Strukturen
-Gewährleistung von Neutralität
-Akteursvielfalt
-Sinnvolles Verhältnis von Aufwand und Nutzen für die Beteiligten
Angesprochen wurden außerdem Verfahren der Bürgerbeteiligung.
Als wichtige Entwicklungen für die Zukunft wurde die Überwindung von Sektorengrenzen angesprochen, sowohl an der Schnittstelle Gesundheit / Pflege (Stichwort Entlassungsmanagement) als auch hinsichtlich der Bereiche ambulant und stationär.

P 4503/19 Podiumsdiskussion „Kooperation und Vernetzung in Beratung und Versorgung Pflegebedürftiger in der Kommune – Chancen und Barrieren“

Teilnehmende:
Dr. Elisabeth Fix, Deutscher Caritasverband Berlin/BAGFW
Dr. Albert Kern, BMG
Silvia Krüger, AOK Nordost
Manuela Mayen, Stadt Hannover


Zusammenfassung: Über die Notwendigkeit zur Kooperation und Vernetzung auf kommunaler und regionaler Ebene im Bereich der Pflege und darüber hinaus besteht ein breiter Konsens. Die Umsetzung der gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten kommt erst langsam in Gang, beklagt wird eine enge Auslegung der Kassen bei der Bewilligung von Netzwerkförderungen und z.T. fehlende Regelungen auf Länderebene zur Bildung regionaler Pflegeausschüsse.