Schwerpunktthema

Anerkennung und Wertschätzung für Ehrenamtliche – nicht nur einmal im Jahr

Mit dem Tag des Ehrenamtes wird jedes Jahr am 5. Dezember den vielen engagierten Menschen Anerkennung und Wertschätzung entgegengebracht. Ihr Einsatz in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen ist wesentlich für den sozialen Zusammenhalt. Sich dieses Beitrags immer wieder bewusst zu sein und ihn zu würdigen ist wichtig. Aber bürgerschaftliches Engagement braucht vor allem gute Rahmenbedingungen.
Der Deutsche Verein setzt sich seit der Enquetekommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“, die ihren Bericht im Jahr 2002 vorlegte, für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Engagements ein. Mit den Eckpunkten zum sozialen bürgerschaftlichen Engagement im Gemeinwesen und einem Handbuch zur Engagementförderung wurden schon frühzeitig Impulse gesetzt, die bis heute nicht überholt sind. Die Mitglieder des Arbeitskreises „Bürgerschaftliches Engagement, Selbsthilfe und soziales Engagement“ erarbeiten regelmäßig Stellungnahmen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung.

Wie aber soll es weitergehen in den kommenden Legislaturperioden? Antworten auf die Herausforderungen des freiwilligen Engagements liefert u.a. der Zweite Engagementbericht, der am 29. März 2017 dem Deutschen Bundestag übergeben wurde. Vorsitzender der Sachverständigenkommission war Prof. Dr. Thomas Klie, der wesentliche Ergebnisse des Berichts mit dem Schwerpunktthema „Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement: Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung“ im Deutschen Verein vorstellte. Der Bericht untermauert die Bedeutung des Engagements der Bürgerinnen und Bürger für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, seine Bedeutung für Demokratie und seine Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt. Die Kommission betont darin die Freiwilligkeit eines jeglichen Engagements. Engagement dürfe nicht instrumentalisiert werden, bedürfe angemessener staatlicher Unterstützung und Engagementförderung, sei als ein Querschnittsthema nicht von Fachpolitik zu trennen und deshalb an zentrale Politikfelder anzukoppeln.

Aus den Schnittmengen des Zweiten Engagementberichts und dem Siebten Altenbericht wird zudem deutlich, dass es einer „integrierten Sozialplanung“ bedarf, die bereichs- und sektorenübergreifend sowie sozialraum- und teilhabeorientiert ist. Der Sozialraum als Ort der Gemeinschaft, als Lernort für demokratische Verhaltensweisen und als Erfahrungsraum für selbstwirksames Handeln hat grundsätzliche Bedeutung für das Verständnis von Engagement in Zivilgesellschaft und Demokratie. Es gilt – so die Botschaft des Berichts –, die vielfältigen Formen des Engagements wahrzunehmen und anzuerkennen – vom Ehrenamt bis zur Bürgerinitiative. Die zentrale Frage ist, wie das Zusammenspiel von staatlichen/kommunalen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Erbringern von Daseinsvorsorge ausbalanciert und an den Schnittstellen gut organisiert werden kann.

Der Bericht enthält eine Fülle von Detailbefunden und eine Reihe von Empfehlungen, die in Fachöffentlichkeit und Politik noch intensiv zu diskutieren sind. Der Deutsche Verein bot dafür bereits im April 2017 gemeinsam mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) eine der ersten Gelegenheiten. Die Diskussionsergebnisse fanden Eingang in den Fachbeitrag „Zweiter Engagementbericht: Perspektiven für das soziale Engagement“ [PDF, 250 KB] (NDV 2017, 451 ff.)

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