Deutsche EU-Ratspräsidentschaft

Youth Work Agenda der EU

Am 20. November 2020 wurde die "Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zu dem Rahmen für die Festlegung einer Europäischen Jugendarbeitsagenda" veröffentlicht. Diese hebt insbesondere hervor, dass das Netzwerk zur Entwicklung von Jugendarbeit in Europa gestärkt werden müsse. Hierfür solle eine digitale Plattform etabliert werden, die den Austausch fördere. Zudem wurde die Absicht bestärkt, dass alle fünf Jahre eine Youth Work Convention stattfinden solle.

Vom 7. bis zum 10. Dezember 2020 hat die Youth Work Convention stattgefunden, ursprünglich als große Konferenz in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn geplant, fand diese Veranstaltung – wie so viele der großen Konferenzen der EU-Ratspräsidentschaft – auf der digitalen Bühne statt.

Wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in seinem Programm für die deutsche Ratspräsidentschaft unter der Überschrift "Europe for YOUth. YOUth for Europe" aufzeigt, glauben mehr als 70 Prozent der 16- bis 26-Jährigen, dass es ihrem Heimatland aufgrund der EU-Mitgliedschaft bessergehe. Für viele von ihnen sei die EU der Garant für Demokratie. Das Ministerium macht deutlich, dass es sich dafür einsetzt, den Austausch von jungen Menschen zu fördern, damit sie sich für Europa engagieren. Das Aufwachsen junger Menschen solle durch Jugendarbeit gestärkt werden. Weiterhin sollen Impulse gesetzt werden für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit in Europa und die Stärkung des Themas Europa in der Kinder- und Jugendhilfe. Nicht zuletzt setzt sich das Ministerium für den Austausch mit den europäischen Partnern über gute Beispiele in der Demokratiearbeit ein, (beispielsweise über "Demokratie leben!" als europaweit einem der größten Demokratieförderprogramme mit den Schwerpunkten "Demokratie fördern – Vielfalt gestalten – Extremismus vorbeugen").

Der Deutsche Verein hat schon im Mai 2012 in seinen "Empfehlungen zur Anerkennung und Förderung von grenzüberschreitenden Lernerfahrungen für junge Menschen im Ausland" betont, dass es angesichts globaler politischer und wirtschaftlicher Verflechtungen und sozialer Kontakte und Bindungen wichtig ist, die veränderten Lebens- und Aufwachsensbedingungen junger Menschen in den Blick zu nehmen und die Notwendigkeit einer europäischen und internationalen Orientierung in der Kinder- und Jugendhilfe dargelegt. Die Berücksichtigung europäischer und internationaler Entwicklungen und die Nutzung der Potenziale grenzüberschreitender Mobilitätserfahrungen stellen nach Auffassung des Deutschen Vereins wichtige Bausteine einer zukunftsorientierten Jugendpolitik dar.

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