2020

09.09.2020 – Stellungnahme der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins anlässlich der Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages zum Antrag der Fraktion DIE LINKE "Mehr Fachkräfte für gute Kitas und eine stärkere Kinder- und Jugendhilfe" (BT-Drucks. 19/6421) am 14. September 2020

Vorbemerkung
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins begrüßt ausdrücklich, dass die Bundestagsfraktion DIE LINKE mit ihrem Antrag "Mehr Fachkräfte für gute Kitas und eine starke Kinder- und Jugendhilfe" (Drucks. 19/6421) vom 11. Dezember 2018 die Debatte um die Sozialen Berufe und Arbeitsbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe im Deutschen Bundestag fortführt. Nicht erst mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie zeigt sich der zentrale Stellenwert, den die Kinder- und Jugendhilfe mit ihren zahlreichen und vielfältigen Angeboten gemäß ihres umfassenden Auftrages (§ 2 SGB VIII) für die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Lebens und den Zusammenhalt der Gesellschaft hat. Gleiches gilt für die Sozialen Berufe bzw. die in der Kinder- und Jugendhilfe tätigen Menschen. Laut der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik arbeiteten Ende 2018/Anfang 2019 fast 1,1 Millionen Personen in der Kinder- und Jugendhilfe (2,4 % aller Erwerbstätigen in Deutschland). Der Personalbestand in diesem Arbeitsmarktsektor ist damit höher als in anderen wie z.B. der Landwirtschaft (2016: 940.100 Personen) oder auch der Automobilindustrie (2018: 873.031 Personen). Zugleich erfordern diverse gesellschaftliche Entwicklungen und neue Bedarfslagen von der Kinder- und Jugendhilfe teilweise neue, in jedem Fall passgenaue Antworten und Angebote. Mit den zahlreichen, sich wandelnden gesellschaftspolitischen Herausforderungen wachsen deshalb auch die Anforderungen an Tätigkeit, Qualifikationen und Qualifizierungen der in der Kinder- und Jugendhilfe arbeitenden Fachkräfte. Trotz des enormen Personalwachstums in den vergangenen Jahren entsteht bzw. besteht auch durch z. B. die Forderung nach höherer Qualität, erhöhter Nachfrage und neue Rechtsansprüche ein weiter steigender Personal- bzw. Fachkräftebedarf oder aber stellenweise akuter Fachkräftemangel. Dementsprechend findet seit geraumer Zeit eine bundesweite Diskussion über die Ausbildung, Gewinnung und Bindung von Fachkräften statt.

Vollständige Empfehlung/Stellungnahme vom 09.09.2020 [PDF, 390 KB]

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