Empfehlungen/Stellungnahmen 2015

23.09.2015 – Empfehlungen des Deutschen Vereins zur „Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung“

Die Empfehlungen (DV 10/14) wurden von der Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung“ erarbeitet und nach Beratung im Fachausschuss „Jugend und Familie“ am 23. September 2015 vom Präsidium des Deutschen Vereins verabschiedet.

Das Papier bezieht sich auf die Debatte, die unter dem Titel „Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung“ geführt wird.

1. Vorbemerkungen
Hilfen zur Erziehung werden bei rückläufiger Kinderzahl in den letzten Jahren vermehrt gewährt. Bundesweit haben im Jahr 2012 über 1 Mio. junge Menschen und ihre Familien Unterstützung durch Hilfen zur Erziehung erhalten. Sie sind wichtige Unterstützungsleistungen in besonders herausfordernden Situationen, die sich im Prozess des Aufwachsens entwickeln können, und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Rechts junger Menschen auf Förderung gemäß § 1 SGB VIII.

Mit dieser Entwicklung gehen allerdings auch steigende Kosten einher: Zwischen 2000 und 2012 sind die Ausgaben um 2,65 Milliarden Euro gestiegen, das heißt um 56 %. 2012 brachten die Kommunen über 7,4 Mrd. Euro für Hilfen zur Erziehung auf.

Neben den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigte sich auch die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder (JFMK) mehrfach mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung. Der Deutsche Verein hat sich ebenfalls seit 2012 an der Debatte beteiligt und den Diskussionsprozess unterstützt. Auch der aktuelle Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD hat einen Weiterentwicklungsbedarf in der Kinder- und Jugendhilfe festgestellt und ist insbesondere auf die Verbesserung von Steuerungsinstrumenten eingegangen.

An diese Prozesse knüpft der Deutsche Verein mit dem vorliegenden Papier an. Aus seiner Sicht sind die Ursachen für die gestiegene Inanspruchnahme der Hilfen zur Erziehung auf interne und externe Faktoren der Kinder- und Jugendhilfe zurückzuführen. Die in den letzten Jahren bekannt gewordenen Fälle von Kindstötungen und -vernachlässigungen haben zu einer breiten öffentlichen und fachlichen Diskussion geführt, was in der Folge den Kinderschutz verstärkt und verbessert hat. Dieser geänderte Kinderschutz und die damit einhergehende Sensibilität sind eine Ursache für den Anstieg.

Vollständige Empfehlung/Stellungnahme vom 23.09.2015 [PDF, 480 KB]

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