Empfehlungen/Stellungnahmen 2015

11.03.2015 – Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Verbesserung der Erwerbsintegration von Alleinerziehenden

I. Zur Situation von Alleinerziehenden in der Grundsicherung für Arbeitsuchende
Die Alleinerziehenden in der Grundsicherung für Arbeitsuchende sind Adressaten besonderer arbeitsmarktpolitischer Bemühungen: Unter anderem hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in den Jahren 2009 bis 2013 die Programme „Gute Arbeit für Alleinerziehende“ und „Netzwerke wirksamer Hilfen für Alleinerziehende“ umgesetzt. Dennoch ist es bisher nicht gelungen, den Arbeitsmarktzugang für Alleinerziehende signifikant zu verbessern. Alleinerziehende beziehen überdurchschnittlich lange und überdurchschnittlich häufig Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende und unterliegen einem hohen Armutsrisiko.1 Rund 40 % der Alleinerziehenden sind zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen2, zu 95 % handelt es sich um Frauen. Die Hälfte der Alleinerziehenden bezieht länger als zweieinhalb Jahre Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Je jünger das Kind ist und je mehr Kinder im Haushalt leben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.3 Gut ein Viertel der Alleinerziehenden lebt mit einem jüngsten Kind von unter drei Jahren zusammen.4 Mehr als die Hälfte der alleinerziehenden Mütter versorgt ein Kind, 31 % versorgen zwei Kinder, 13 % drei oder mehr minderjährige Kinder.5 Nichterwerbstätige alleinerziehende Mütter sind häufiger auf Arbeitsuche als nichterwerbstätige Mütter in Paarfamilien und streben den Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Erwerbsunterbrechung besonders schnell an.6 30 % der Alleinerziehenden in der Grundsicherung für Arbeitsuchende üben eine Beschäftigung aus.7 Größtenteils handelt es sich um Minijobs und Teilzeitbeschäftigungen.8 Besondere Schwierigkeiten bei der Integration in Arbeit haben Alleinerziehende ohne Berufsabschluss. 55,7 % der Alleinerziehenden im Rechtskreis SGB II haben keinen Berufsabschluss.9 Demgegenüber ist der prozentuale Anteil von Frauen ohne Berufsabschluss an allen Arbeitslosen mit 44,2 % etwas geringer.10 Vor allem junge Mütter gehen ohne Berufsabschluss in die Familienphase.

1 Achatz u.a.: Alleinerziehende Mütter im Bereich des SGB II, IAB Forschungsbericht 8/2013, S. 11.
2 Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2013): Lebenslagen in Deutschland – Der Vierte Artmuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, S. 111.
3 Achatz u.a. (Fußn. 1), S. 52, S. 48.
4 Achatz u.a. (Fußn. 1), S. 15.
5 Achatz u.a. (Fußn. 1), S. 14.
6 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2011): Lebenswelten und -wirklichkeiten von Alleinerziehenden, S. 17.
7 Achatz u.a. (Fußn. 1), S. 16.
8 Achatz u.a. (Fußn. 1), S. 16.
9 Bundesagentur für Arbeit (2013): Analyse des Arbeitsmarktes für Alleinerziehende in Deutschland, S. 18.
10 Bundesagentur für Arbeit (2013): Der Arbeitsmarkt in Deutschland – Frauen und Männer am Arbeitsmarkt, S. 20.

Vollständige Empfehlung/Stellungnahme vom 11.03.2015 [PDF, 240 KB]

nach oben