Empfehlungen/Stellungnahmen 2009

30.09.2009 – Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben [1">

Vormerkung

Für Menschen mit Sorgeverantwortung[2"> für Kinder und Ältere wird es immer anspruchsvoller, Beruf und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Beide Bereiche konkurrieren um die verfügbaren Zeit- und Energieressourcen; dabei müssen sich die Familienmitglieder häufig den Erfordernissen der Arbeitswelt unterordnen. Zählen in der Erwerbsarbeit vor allem jederzeitige Verfügbarkeit, Mobilität und Flexibilität, brauchen Kinder und pflegebedürftige Angehörige vorrangig Verlässlichkeit, Planbarkeit und Zeit für die Intensivierung von Bindungen. Die Erwartungen beider Lebensbereiche stehen sich teilweise so diametral entgegen, dass oftmals ein Familienmitglied sein berufliches Engagement reduziert, um der Sorgeverantwortung überhaupt gerecht zu werden. Dabei sind viele Familien heute auf zwei Einkommen angewiesen, um ihre Existenz zu sichern. Gleichzeitig wächst die Gruppe der Alleinerziehenden, die ihren Alltag zwischen Kindern und Erwerbstätigkeit weitgehend eigenständig bewältigen muss. In einer dominant von Erwerbsarbeit geprägten Gesellschaft kommt der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben deshalb eine zentrale Bedeutung zu.

[1"> Verantwortliche Referentin im Deutschen Verein: Johanna Possinger. Die Empfehlungen wurden im Arbeitskreis Familienpolitik, im Fachausschuss Jugend und Familie und im Fachausschuss Alter und Pflege beraten und am 30. September 2009 vom Präsidium des Deutschen Vereins verabschiedet.
[2"> Der Begriff der familialen Sorge (engl. „Care“) wird hier in Anlehnung an die entsprechende Definition des 7. Familienberichts verwendet: „Als Care werden eine Haltung und Tätigkeiten der personenbezogenen materiellen und immateriellen Versorgung und Zuwendung verstanden, die sich aus der ontologischen Gegebenheit zwischenmenschlicher Abhängigkeiten ergeben […">. Bezogen auf Kinder geht es um eine Einheit von Bildung, Betreuung, Erziehung, Zuwendung und Versorgung.“ (Siebter Familienbericht: Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit. Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik, Berlin 2006, S. 208.)

Vollständige Empfehlung/Stellungnahme vom 30.09.2009 [PDF, 90 KB]

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