FF 2.3 (Digitale) Teilhabe älterer Menschen stärken!

Zusammenfassung

Dr. Cordula Endter, Hochschule Zittau/Görlitz, referierte ausgehend vom Achten Altersbericht der Bundesregierung zu der zentralen Fragestellung: Welchen Beitrag kann die Digitalisierung zu einem guten Leben im Alter leisten? Neben einem Überblick über das Fokusfeld "Häuslichkeit“, speziell die Anwendung digitaler Technologien, sowie über die Akteure in einem technisch unterstützten Versorgungsnetz älterer Menschen zeigte sie dabei die Problemfelder im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Technologien und Handlungsbedarfe auf. Sie verwies darauf, auch immer das Recht der älteren Menschen auf Nichtnutzung von technisch unterstützten Systemen zu bedenken. Als Handlungsfelder digitaler Technologien wurden u.a. benannt: Angebote, die auf Vergnügen und Freude orientiert sind, statt auf Probleme und Defizite; niedrigschwelliger, kostengünstiger Zugang; Ausbau von Bildungsangeboten zum Erwerb digitaler Kompetenzen; Professionalisierung und Verstetigung dieser Angebote durch Kommunen, Länder und Bund; Ausbau von Finanzierungsmöglichkeiten; Zugang zum Internet in allen Wohnformen älterer Menschen.

Dr. Dirk Potz, Stadt Hannover, gab einen Impuls zu den Möglichkeiten der Kommune, die digitale Teilhabe von Seniorinnen und Senioren zu unterstützen, und stellte hierzu konkrete Beispiele der Stadt Hannover vor. Kommunen können z.B. durch Unterstützung ehrenamtlich Tätiger, Schulungen und die temporäre Bereitstellung von digitaler Technik einen Beitrag zum Gebrauch von digitaler Technik leisten. Darüber hinaus ist der digitale Zugang zu städtischen Informationen in allen Bereichen ein weiteres Mittel. Vorgestellt wurde hier ein interaktiver Stadtplan, welcher durch Vernetzung mit örtlichen Partnern eine gute digitale Informationsplattform bietet sowie eine "smarte“ Musterwohnung mit virtuellem Rundgang. Zielgenaue Angebote, Vernetzung und die Stärkung ehrenamtlicher Strukturen sowie die Bereitstellung niedrigschwelliger Angebote für ältere Menschen zu digitaler Teilhabe können dazu beitragen, digitale Teilhabe älterer Menschen voranzubringen.

Daniel Hoffmann, Kuratorium Deutsche Altershilfe, Forum Seniorenarbeit NRW, gab einen Überblick zu Engagementfeldern und Tätigkeiten, Spannungsfeldern und Abgrenzungsproblemen sowie der Rolle der Organisation durch Haupt- und Ehrenamt. Ehrenamtliches Engagieren kann in digitalen Kontexten unterstützend wirken. Es kann helfen, IT-Kompetenz bei Älteren zu fördern. Die Grenzen des Ehrenamtes liegen beim Aufbau und dem Betrieb der Infrastruktur. Hier ist es wichtig, hauptamtlich finanziell und fachlich ausgestaltete strukturelle Rahmen zu schaffen, um neue Angebote zu begleiten und zu initiieren. Wünschenswert ist eine Vernetzung und Kooperation mit anderen vor Ort tätigen Organisationen des bürgerschaftlichen Engagements, wie z.B. Quartiersmanagement, Begegnungsstätten, Repair-Cafés, Nachbarschaftshilfen u.Ä. Die Engagierten können neben der Förderung der IT-Kompetenz eine lotsende Funktion ausüben und an die richtigen Stellen für individuelle Anliegen vermitteln.

In der abschließenden Diskussion, welche von Barbara Heuerding, Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V., moderiert wurde, wurden Aspekte und Möglichkeiten der Heranführung älterer Menschen an digitale Technik sowie im Zusammenhang mit virtuellen Angeboten auch die Suchtprävention angesprochen.

Mitwirkende

Moderation

  • Barbara Heuerding, Geschäftsführerin im Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V., Berlin


Vortrag/Diskussion

  • Dr. Cordula Endter, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutsches Zentrum für Altersfragen, Berlin und Cäcilia-Schwarz-Förderpreis-Trägerin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V.
  • Daniel Hoffmann, Kuratorium Deutsche Altershilfe, Berlin und Forum Seniorenarbeit Nordrhein-Westfalen, Köln
  • Dr. Dirk Potz, Fachbereich Senioren in der Stadt Hannover

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