Fachforum 4.2: Schule inklusiv gestalten – Ein inklusives Bildungssystem umsetzen!

Zusammenfassung

Die Umsetzung des Rechts auf inklusive Bildung aus Artikel 24 UN-BRK bedeutet, dass alle Kinder in eine Schule gehen müssten. Dieser Prozess erfordert einen tief greifenden Wandel der Bildungssysteme wie auch der Gesellschaft. Gesetze, Politikkonzepte sowie die Finanzierung, Verwaltung, Ausgestaltung (Inhalt, Lehrmethoden, Ansätze, Strukturen und Strategien) sind noch nicht ausreichend angepasst.

Gleichzeitig arbeiten viele Personen mit Engagement und Empathie für das Gelingen des Prozesses. Die Praxis der inklusiven Schule rät dazu, so viel wie möglich aber auch so sinnvoll wie möglich gemeinsam zu unterrichten. Inklusiv gestalteter Unterricht bedeutet nahezu eine Abkehr dessen, was der Lehrberuf in der traditionellen Schule darstellt: keine Standardisierung, sondern individuelle Förderung, keine Tradierung der sozialen Ordnung, sondern Minderung (sozialer) Benachteiligung, Kompetenzorientierung anstelle von Wissensvermittlung und echte Teamarbeit statt „Einzelkämpfertum“. Bedauert wurde, dass ein eindeutiges Bekenntnis der Politik zur Inklusion fehle, was den erforderlichen Haltungswandel der Institutionen wie der Gesellschaft sehr stark behindere.

Konstatiert werden muss ein zu geringes Interesse der Eltern gesunder Kinder an inklusiven Schulformen, was eine gesellschaftliche Grenze von Inklusion markiert. In inklusiven Schulen ermöglichen z. B. gemeinsame Elternabende, Feste oder Themenelternabende Strukturen zu schaffen, bei denen Eltern „Inklusion“ miterleben, wodurch der Blick auf dieses neue System positiver wird. Die Diskussion drehte sich sehr konzentriert um gesellschaftspolitische Fragen und den erforderlichen Haltungswandel und blieb nicht in der befürchteten Aussage „Die Rahmenbedingungen müssen halt stimmen“ stecken. Die bestehende Wahlmöglichkeit zwischen allgemeinbildender und Förderschule wurde zwar nahezu unisono als Hemmschuh einer zügigeren Umsetzung inklusiver Konzepte betrachtet, aber als politische Entscheidung kontrovers diskutiert.

Mitwirkende

Moderation

  • Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege im DRK-Generalsekretariat, Berlin


Vortrag/Diskussion

  • Sönke Asmussen, Referatsleiter im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart
  • Dr. Ilka Hoffmann, Leiterin des Organisationsbereichs Schule, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Frankfurt
  • Dr. Susann Kroworsch, Deutsches Institut für Menschenrechte, Monitoring-Stelle UN-BRK, Berlin

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