Fachforum 4.6: Akzeptanz fördern – Vielfalt stärken!

Zusammenfassung

Der 17. Mai ist der „Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie“, weil die Weltgesundheitsorganisation 1990 an diesem Tag Homosexualität von der Liste der anerkannten Krankheiten gestrichen hat. Seither ist viel passiert für die gesellschaftspolitische Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, Transgender, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ).

Alejandro Rada, Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa, berichtete über den Stand von Diskriminierungen und Hassverbrechen gegen LGBTTIQ sowie die ihre gesellschaftliche Akzeptanz in Europa. 66 % der Bevölkerung stehen schwulen, lesbischen und bisexuellen Menschen positiv gegenüber. Was fehlt, ist die rechtliche Gleichstellung von LGBTTIQ, international wie national. Gemäß dem „Rainbow Europe Index“ von ILGA Europe liegt Deutschland auf Rang 11. Es kann gut mit dem Schutz der Meinungsfreiheit und der Anerkennung von Familienformen von LGBTTIQ punkten, aber es fehlen unter anderem seit Jahren ein nationaler Aktionsplan und strafrechtliche Regelungen für Hassverbrechen gegen LGBTTIQ.

Das Land Baden-Württemberg hat bereits einen Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte“ von LGBTTIQ erarbeitet, der von Sara Bode, Referat 25 Gleichstellung, Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, vorgestellt wurde. Seit 2015 geht es insbesondere um den Ausbau von Beratungsangeboten für Betroffene und Angehörige, die Umsetzung LGBTTIQ-sensibler Pflege (Praxisleitfaden für Sommer 2018 angekündigt) und um die Geschichtsaufarbeitung. 2019 wurde als Aktionsjahr für „Akzeptanz und gleiche Rechte“ mit Veranstaltungen in Gemeinden und Städten in Baden-Württemberg ausgerufen.

Beatrice Olgun-Lichtenberg, Landeshauptstadt Stuttgart, Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern, berichtete, welche konkreten Maßnahmen Stuttgart gerade unternimmt, um das Bewusstsein von Mitarbeitenden in der Sozialen Arbeit und Pflege für sexuelle Vielfalt älterer Klientinnen und Klienten zu schärfen (auch schon in der Ausbildung) und die Vernetzung der sozialen Einrichtungen zur lokalen Community zu verbessern.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass Fragen zur Akzeptanz von LGBTTIQ in der Sozialen Arbeit bzw. der Ausbildung nur selten thematisiert werden. Dabei gibt es – neben Stuttgart – bereits etliche Beispiele für sehr gute Angebote zur Beratung oder Anleitung zu LGBTTIQ-sensibler Pflege, unter anderen bei der Schwulenberatung Berlin mit einem Diversity-Check für soziale Einrichtungen. Die Veranstaltung schloss mit dem Wunsch der Teilnehmenden, mehr Foren dieser Art zum Erfahrungsaustausch und entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten zu schaffen.

In Kooperation:

Logo Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Mitwirkende

Moderation

  • Sara Bode Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart


Vortrag/Diskussion

  • Beatrice Olgun-Lichtenberg,Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern der Landeshauptstadt Stuttgart
  • Alejandro Rada, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa (BEO), Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. Berlin

nach oben