S 12 | Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit?

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S 12 | Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit?
Auflage: 1. Auflage 2014
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3-7841-2484-1
Autoren: Karina Krohn
Artikelnummer: S 12

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Die Studie untersucht das Strukturprinzip „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ vor und nach der Sozialhilfereform vom 1. Januar 2005. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass unter Geltung der neuen Existenzsicherungssysteme im SGB II und SGB XII keine Abkehr von diesem Grundsatz stattgefunden hat, dass er aber durch den Übergang zu pauschalierten Leistungen erheblich eingeschränkt wurde. Davon ausgehend stellt sie die Auswirkungen des eingeschränkt fortgeltenden Prinzips auf das Sozialverwaltungs- und Sozialgerichtsverfahren dar.


Inhaltsverzeichnis


Vorwort

Einleitung

Erster Teil:
Darstellung des Strukturprinzips: „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“

A. Ursprung und Herleitung des Strukturprinzips: „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“

B. Das Strukturprinzip „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts unter Geltung des BSHG

I. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Strukturprinzips „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“
1. Das Wesen der Sozialhilfe
a) Das Fürsorgeprinzip als Grundlage des BSHG
b) Abschnitt 1 des BSHG: „Allgemeines“
aa) § 1 Abs. 2 BSHG – Sicherung eines menschenwürdigen Lebens und Hilfe zur Selbsthilfe
bb) § 2 BSHG – Nachrang der Sozialhilfe
cc) § 3 Abs. 1 BSHG – Individualisierungsgrundsatz
dd) § 4 Abs. 1 BSHG – Rechtsanspruch auf Sozialhilfe
ee) § 5 Abs. 1 BSHG – Einsetzen der Sozialhilfe
ff) §§ 6, 7 BSHG – Vorbeugende und nachgehende Hilfe, Familienhilfe
gg) § 8 Abs. 1 BSHG – Formen der Sozialhilfe
c) Ableitung des Wesens der Sozialhilfe aus der Zusammenschau von Fürsorgeprinzip und den Allgemeinen Vorschriften des BSHG

2. Andere relevante sozialhilferechtliche Strukturprinzipien
a) Der Bedarfsdeckungsgrundsatz
b) Das Gegenwärtigkeitsprinzip
c) Der Kenntnisgrundsatz
d) Der Individualisierungsgrundsatz
e) Der Nachranggrundsatz

3. Der Inhalt des Strukturprinzips „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“

4. Ausnahmen vom Grundsatz „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“
a) Effektivität des Rechtsschutzes
b) Effektivität der gesetzlichen Gewährung des Rechtsanspruchs
c) § 15 BSHG als gesetzliche Ausnahme vom Grundsatz „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“?


5. Abweichende Auslegung und Anwendung des Grundsatzes „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ und seiner Ausnahmen in der Literatur

6. Rechtsnatur des ausnahmsweise fortbestehenden Anspruchs auf Sozialhilfeleistungen für die Vergangenheit

7. Zusammenfassung und Bewertung

II. Auswirkungen der Rechtsprechung zum Grundsatz „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ auf das sozialhilferechtliche Verwaltungsverfahren und das Verwaltungsgerichtsverfahren in Angelegenheiten der Sozialhilfe
1. Auswirkungen auf das sozialhilferechtliche Verwaltungsverfahren
a) (Nicht)anwendbarkeit der §§ 56, 57, 58, 59 SGB I – Sonderrechtsnachfolge und Vererbbarkeit
b) (Nicht)anwendbarkeit des § 44 SGB X – Rücknahme rechtswidriger nicht begünstigender Verwaltungsakte
c) (Nicht)anwendbarkeit des § 44 SGB I – Verzinsung
d) (Nicht)anwendbarkeit des § 48 SGB X – Aufhebung eines Dauerverwaltungsaktes bei Änderung der Verhältnisse
e) (Nicht)anwendbarkeit des § 16 Abs. 2 SGB I – Antragstellung bei einem unzuständigen Leistungsträger
f) (Nicht)anwendbarkeit des § 28 SGB X – Fristwahrende Nachholung eines Leistungsantrages
g) (Nicht)anwendbarkeit der Grundsätze des sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs
h) Kein Erstattungsanspruch eines zu Unrecht leistenden Sozialversicherungs- oder Versorgungsträgers gegen den Sozialhilfeträger – §§ 102 ff., 107 SGB X

2. Auswirkungen auf das Verwaltungsgerichtsverfahren
a) Exkurs: Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage
b) Einstweiliger Rechtsschutz – § 123 VwGO

Zweiter Teil:
Weitergeltung des Strukturprinzips „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ nach der Sozialhilfereform 2005

A. Abänderbarkeit sozialhilferechtlicher Strukturprinzipien

B. Überblick über die Neuordnung der Existenzsicherungssysteme

C. Vergleich der heutigen Rechtslage mit der Rechtslage unter Geltung des BSHG

I. Sozialhilfe nach dem SGB XII (ohne das Vierte Kapitel)
1. Inhaltsgleiche oder mit den Vorschriften des BSHG vergleichbare Vorschriften des SGB XII (mit Ausnahme des Vierten Kapitels)
a) § 1 SGB XII – Aufgabe der Sozialhilfe
b) §§ 2, 19 Abs. 1, 27 Abs. 1 u. 2 SGB XII – Nachrang der Sozialhilfe
c) § 9 Abs. 1 SGB XII – Individualisierungsgrundsatz
d) § 17 Abs. 1 SGB XII – Rechtsanspruch
e) § 18 Abs. 1 SGB XII – Einsetzen der Sozialhilfe, Kenntnisgrundsatz
f) Keine Regelung des zeitlichen Anspruchsumfangs und der Bewilligungsdauer

2. Gegenüber dem BSHG inhaltlich veränderte oder neuartige Vorschriften des SGB XII (mit Ausnahme des Vierten Kapitels)
a) §§ 27 bis 29 SGB XII – pauschalierte Regelbedarfe und Regelsätze
aa) Darstellung der gesetzlichen Bestimmungen zu den pauschalierten Regelbedarfen und Regelsätzen
bb) Auswirkung der überwiegenden Einbeziehung der Einmalbedarfe in die Regelbedarfe auf den Grundsatz „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts
cc) Auswirkung der überwiegenden Einbeziehung der Einmalbedarfe in die Regelbedarfe auf den Grundsatz „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ nach Ansicht der Literatur und der Instanzengerichte
dd) Zusammenfassung und Bewertung
ee) Übertragbarkeit der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zu den pauschalierten Regelsätzen auf andere Leistungen
(1) Pauschalierte Mehrbedarfe
(2) Pauschaliertes Pflegegeld
(3) Kosten für Unterkunft und Heizung
b) § 116a SGB XII – Rücknahme von Verwaltungsakten nach § 44 SGB X

3. Gesamtschau der Normen und Bewertung

II. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Vierten Kapitel des SGB XII
1. Fürsorgecharakter der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
2. Inhaltsgleiche oder mit den Vorschriften des BSHG vergleichbare Vorschriften des Vierten Kapitels des SGB XII
a) § 1 SGB XII – Aufgabe der Sozialhilfe
b) §§ 2, 19 Abs. 2, 41 Abs. 1 S. 1, 43 Abs. 2 SGB XII – Nachrang der Sozialhilfe
c) § 9 Abs. 1 SGB XII – Individualisierungsgrundsatz
d) § 17 Abs. 1 SGB XII – Rechtsanspruch
e) Keine Regelung des zeitlichen Anspruchsumfangs

3. Gegenüber dem BSHG inhaltlich veränderte oder neuartige Vorschriften des Vierten Kapitels des SGB XII
a) §§ 27 bis 29, 42 SGB XII – pauschalierte Regelbedarfe und Regelsätze
b) §§ 41 Abs. 1 S. 1, 44 Abs. 1 S. 2 SGB XII – Antragsprinzip
c) § 44 Abs. 1 S. 1 SGB XII – Bewilligungsdauer
d) § 116a SGB XII – Rücknahme von Verwaltungsakten nach § 44 SGB X

4. Gesamtschau der Normen und Bewertung

III. Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II
1. Fürsorgecharakter der Grundsicherung für Arbeitsuchende

2. Inhaltsgleiche oder mit den Vorschriften des BSHG vergleichbare Vorschriften des SGB II
a) § 1 Abs. 1 SGB II – Aufgabe und Ziel der Grundsicherung für Arbeitsuchende
b) §§ 3 Abs. 3, 9 Abs. 1 SGB II – Nachranggrundsatz
c) Individualisierungsgrundsatz
d) § 41 Abs. 1 S. 1 SGB II – Zeitlicher Anspruchsumfang

3. Gegenüber dem BSHG inhaltlich veränderte oder neuartige Vorschriften des SGB II
a) §§ 20–23 SGB II – Pauschalierte Regelbedarfe und Regelsätze
b) § 37 Abs. 1 und 2 SGB II – Antragsprinzip
c) § 41 Abs. 1 S. 4 und 5 SGB II – Bewilligungsdauer
d) § 40 Abs. 5 SGB II – Anwendbarkeit des § 28 SGB X
e) § 40 Abs. 1 S. 2 SGB II – Rücknahme von Verwaltungsakten nach § 44 SGB X

4. Gesamtschau der Normen und Bewertung

D. Der Kostenerstattungsanspruch für die selbstbeschaffte Sozialhilfe bzw. Grundsicherungsleistung unter Geltung der neuen Rechtslage

Dritter Teil:
Die Auswirkungen der eingeschränkten Fortgeltung des Strukturprinzips „Keine Sozialhilfe für die Vergangenheit“ auf das Sozialverwaltungs- und Sozialgerichtsverfahren

A. Auswirkungen auf das Sozialverwaltungsverfahren

I. (Nicht)anwendbarkeit der §§ 56, 57, 58, 59 SGB I – Sonderrechtsnachfolge und Vererbbarkeit

II. Anwendbarkeit des § 44 SGB X – Rücknahme rechtswidriger nicht begünstigender Verwaltungsakte

III. (Nicht)anwendbarkeit des § 44 SGB I – Verzinsung

IV. Anwendbarkeit des § 48 SGB X – Aufhebung eines Dauerverwaltungsaktes bei Änderung der Verhältnisse

V. Anwendbarkeit des § 16 Abs. 2 SGB I – Antragstellung bei einem unzuständigen Leistungsträger

VI. Anwendbarkeit des § 28 SGB X – Fristwahrende Nachholung eines Leistungsantrages

VII. Anwendbarkeit der Grundsätze des sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs

VIII. Kein Erstattungsanspruch eines zu Unrecht leistenden Sozialversicherungs- oder Versorgungsträgers gegen den Sozialhilfeträger – §§ 102 ff., 107 SGB X

B. Auswirkungen auf das Sozialgerichtsverfahren

I. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage

II. Einstweiliger Rechtsschutz – § 86b SGG

Vierter Teil:
Fazit und Empfehlung

Literaturverzeichnis


Autoreninfo


Die vorliegende Arbeit von Karina Krohn wurde im Sommersemester 2013 von der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin als Dissertation angenommen. Die Disputation erfolgte am 5. Juli 2013. Rechtsprechung und Literatur sind bis April
2013 berücksichtigt.

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