2022

Zum Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen

15.06.2022 – Pressemitteilung: Ältere Menschen bedürfen eines besonderen Schutzes vor Misshandlung, Gewalt und Vernachlässigung!

Bild: Seniorin die sich weinend das Gesicht hältFoto: istock.com/ © Halfpoint

"Gewalt gegenüber älteren Menschen ist bis heute ein Tabuthema", so Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. "Insbesondere im Bereich der Pflege älterer Menschen gilt es, die vorhandenen Instrumente zum Gewaltschutz besser umzusetzen. Eine Möglichkeit wäre die engere Kooperation und Vernetzung derjenigen Akteurinnen und Akteure, die Aufgaben im Gewaltschutz haben oder übernehmen könnten."

Zur Prävention gehört aber auch die Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger, da Gewalt in diesem Kontext meist aus Überlastung und Überforderung entsteht. Langfristige Beratung und Begleitung etwa durch ein kommunales Case Management, können hier zusätzliche Hilfe und Entlastung bieten.

Misshandlung, Gewalt und Vernachlässigung können in körperlicher, psychologischer, sozialer, finanzieller und sexueller Form vorkommen und in unterschiedlichen Umgebungen stattfinden, z.B. in der Familie und im eigenen zu Hause, in Pflegeeinrichtungen, im öffentlichen Raum oder in Notfallsituationen. Diese Erfahrungen können sich aufgrund des Alters insofern verschlimmern, da ältere Menschen bei ihrer Suche nach Hilfe etwa von Strafverfolgungsbehörden häufig nicht ernst genommen werden. Für pflegebedürftige Menschen sind Meldewege und Schutzmechanismen oft gar nicht zugänglich, dabei handelt es sich hier um eine Lebenslage, die in Bezug auf Misshandlung, Gewalt und Vernachlässigung besonders schutzbedürftig ist.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer, der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation sowie der Migration und Integration. Der Deutsche Verein wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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