2021

Anhörung im Bundestag

02.06.2021 – Deutscher Verein begrüßt die Einführung eines Rechtsanspruches für ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung für Grundschulkinder

Im Rahmen der Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages am 31. Mai 2021 zum Ganztagsförderungsgesetz fordert die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. als Sachverständige eine dauerhafte und zielgenaue finanzielle Unterstützung der Länder durch den Bund und eine große Fachkräfteoffensive.

Angesichts der durch die COVID-19-Pandemie noch stärker offenbar gewordenen Notwendigkeit, der Bildungsbenachteiligung von Kindern entgegenzuwirken und die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit zu stärken, ist nach Auffassung der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins ein individueller Rechtsanspruch auf ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung für Kinder im Grundschulalter dringend erforderlich. "Wir begrüßen, dass sich der Bund mit 30 % an den Gesamtkosten des Ausbaus beteiligt – und dass, obwohl es eigentlich Sache der Länder ist, ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Angebot für die Kinder in dieser Altersgruppe zu schaffen", sagt Nora Schmidt, Geschäftsführerin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Damit setze der Bund ein wichtiges und notwendiges Signal für Kinder und ihre Eltern. Aber angesichts dieser Mammutaufgabe ist es fraglich, ob die Bundesmittel dafür ausreichen werden und ebenso fraglich ist es, wie die dafür notwendigen Fach- und Lehrkräfte gewonnen und gehalten werden sollen. Es ist für die Kommunen und damit für die Kinder und ihre Familien jedoch entscheidend, dass das Angebot auch ein qualitativ hochwertiges ist und es ausreichend gut qualifizierte Fachkräfte gibt. "Deshalb sind vier Aspekte unabdingbar: Erstens eine nennenswerte und dynamisierte Beteiligung des Bundes an den laufenden Betriebskosten, zweitens eine gemeinsam von Bund, Ländern, Tarifpartnern und Verbänden getragene Fachkräfteoffensive und drittens die zeitnahe Verständigung zwischen Schule und Kinder- und Jugendhilfe bzw. Bund, Ländern, Kommunen, Trägern und Eltern auf einen gemeinsamen Qualitätsrahmen", so Schmidt weiter.

Stellungnahme der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. anlässlich der öffentlichen Anhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur ganztägigen Förderungvon Kindern im Grundschulalter (GaföG, BT-Drucks. 19/29764) im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages am 31. Mai 2021

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