2018

01.06.2018 – Pressemitteilung: Teilhabe am Arbeitsleben jetzt verwirklichen

Foto: Rote Deutschlandkarte mit den Schriftzügen Hartz IV, Armut, Arbeitsamt, Weiterbildung, Schule, Ausbildung, germany-804548_1920, © pixabay

Der Arbeitsmarkt in Deutschland boomt. Dennoch sind noch immer viele Menschen seit Jahren ohne Job. Nach dem Koalitionsvertrag will die Bundesregierung 150.000 Menschen mit geringen Integrationschancen in sozialversicherungspflichtige Jobs bringen. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. fordert dieses Vorhaben rasch umzusetzen und zeigt, wie dies gelingen kann.

Berlin – „Wann, wenn nicht jetzt, stehen die Chancen gut, Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen“, sagt Johannes Fuchs, Präsident des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. „Die wachsende Wirtschaft, die rückläufigen Arbeitslosenzahlen, die gute Einnahmensituation der öffentlichen Haushalte und der Sozialversicherungen müssen genutzt werden.“

Dennoch haben es Arbeitslose, die schon lange ohne Job sind, noch immer besonders schwer, eine existenzsichernde Arbeit zu finden. Verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit kann nach Ansicht des Deutschen Vereins nur bekämpft werden, wenn sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für diejenigen gefördert wird, die gegenwärtig vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Ein robuster Indikator hierfür sei die Dauer des Leistungsbezugs. Der Deutsche Verein fordert, die Finanzierungsbasis für die Integration von Langzeitarbeitslosen verlässlich und möglichst breit aufzustellen. Jobcenter, die Erwerbslose im verfestigten Leistungsbezug bei Arbeitgebern fördern, sollten deshalb zukünftig die Möglichkeit erhalten, Ausgaben, die sie bislang zur Sicherung des Lebensunterhalts verausgabt haben, für die Begründung von geförderten Arbeitsverhältnissen einzusetzen.

Die Beschäftigungsverhältnisse sollten bei Kommunen, gemeinnützigen Trägern und in der privaten Wirtschaft gegründet werden und tariflichen oder ortsüblichen Bestimmungen entsprechen. Wichtig sei eine enge soziale Begleitung der geförderten Personen und der einstellenden Betriebe. Spätestens nach fünf Jahren sollte der „Klebeeffekt“ einsetzen und eine Übernahme in ungeförderte Beschäftigung erfolgen.

„Wenn sich Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt, dann kann dies den sozialen Zusammenhalt und die Vielfalt unserer Gesellschaft bedrohen, die die Substanz unseres Zusammenlebens bilden“, bekräftigt Fuchs.

Die Empfehlungen sind abrufbar unter: https://www.deutscher-verein.de/de/uploads/empfehlungen-stellungnahmen/2018/dv-01-18_sozialer-arbeitsmarkt.pdf

Pressemitteilung "Teilhabe am Arbeitsleben jetzt verwirklichen" im pdf-Format [PDF, 160 KB] .

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer, der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation. Der Deutsche Verein wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Fotonachweis: germany-804548_1920, © pixabay

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