2017

16.06.2017 – Deutscher Verein diskutiert Zukunftsthemen in der Sozialpolitik

Foto von Prof. Dr. Nullmeier

Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Vereins diskutierten am 14. Juni 2017 die rund 250 Teilnehmenden gesellschaftliche Trends und wie Sozialpolitik darauf antworten sollte. Im seinem Impulsvortrag formulierte Prof. Dr. Frank Nullmeier, Socium Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen, die Herausforderungen für die Sozialpolitik durch die Digitalisierung, soziale Ungleichheit oder Zuwanderung. Seine Thesen: Sozialpolitik gelingt eine gute Anpassung an langanhaltenden, relativ stetigen demographischen und sozialen Wandel, auch gelinge die Erst-Anpassung bei plötzlichen Veränderungen. Noch offen sei die Anpassung an nicht-stetige Veränderungen mit weitreichenden Folgen in der Beschäftigungsstruktur, in den Arbeitsverhältnissen, in der Erbringung sozialer Dienstleistungen und in den alltäglichen Lebensformen. Mögliche Folgen seien Verwerfungen in einer in Einzelfelder stark zersplitterten Sozialpolitik, zu wenig aufeinander abgestimmte Reaktionen – diese letztlich zu langsam. Sein Lösungsvorschlag: Die Verletzlichkeit der Sozialpolitik verringern. So sei eine vom Wechsel des Status als Arbeitnehmer zum Status des Selbstständigen abhängige Sozialversicherung verletzbarer als eine Erwerbstätigen- oder Bürgerversicherung. Sozialversicherungen, die in sich gegen Armut absichern, schafften ein insgesamt weniger verletzbares Sozialsystem. Eine Sozialpolitik, die nicht für jede einzelne Gruppe Sonderregelungen schafft (nach Bleibeperspektive, nach Berufsgruppe etc.), sei weniger verletzbar. Daher sollten in den Strukturen der Sozialpolitik bereits die Reaktionsfähigkeit verankert werden – statt durch Gesetzesänderungen nur ad-hoc reagieren zu müssen. Mehr Informationen in Kürze unter www.deutscher-verein.de

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