2017

24.05.2017 – Pressemitteilung: „Kinder dürfen nicht Opfer eines Konflikts ihrer Eltern werden“

Foto von einem Puppenwagen und einer Puppe

Jährlich erleiden weltweit viele hundert Kinder das gleiche Schicksal: Sie werden von einem Land in ein anderes entführt, weil die Eltern sich getrennt haben. Mit Information, Beratung und Mediation ließen sich viele grenzüberschreitende Kindesentführungen vermeiden.

Berlin – „Wenn ein Elternteil seine Kinder entführt, ist er sich häufig nicht bewusst, dass vor allem die Kinder die Leidtragenden sind. Diese befinden sich dann in einer Situation, die sie oft nicht verstehen und schon gar nicht beeinflussen können“, sagt Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. Für die Kinder bedeute eine Entführung, dass sie sich plötzlich in einer fremden Umgebung wieder finden, in der sie oft niemand versteht und sie niemanden verstehen. Der andere Elternteil, die Freunde und vielleicht auch die Verwandten sind tausende Kilometer weit weg. Diese Kinder vermissen alles, was sie hatten, auch den sozialen Halt. Gleichzeitig werden sie von den Verlassenen vermisst. Hinzu komme, dass in vielen Fällen das öffentliche Mitgefühl in erster Linie den Eltern gelte, da diese über ihr Schicksal reden könnten. „Die Kinder haben in der Regel keine Stimme, ihre Nöte hört und sieht man nicht. Sie werden zum Opfer eines Konfliktes ihrer Eltern“, so Löher weiter.

Daher sollten Eltern, die eine grenzüberschreitende Kindesentführung befürchten, sich frühzeitig informieren und beraten lassen – zum Beispiel über die Möglichkeiten einer Mediation. Dazu hat der Internationale Sozialdienst (ISD) im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. den Leitfaden „Familienkonflikte bewältigen“: https://www.deutscher-verein.de/de/internationaler-sozialdienst-isd-familienmediation-leitfaden-2746.html herausgegeben. Prävention sei in solchen Situationen besonders wichtig. Ist ein Kind erst einmal ins Ausland entführt, könne es schwer werden, eine Lösung zu finden.

Die Pressemitteilung im Pdf-Format finden Sie hier [PDF, 160 KB] .

Der ISD bietet Hilfe bei drohenden oder bereits eingetretenen Fällen von grenzüberschreitender Kindesentführung. Er berät, informiert und vermittelt auch Mediationen. Dabei steht das Kindeswohl immer im Zentrum der Arbeit. Als „Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte“ (ZAnK) steht der ISD im Auftrag der Bundesregierung Privatpersonen und Fachleuten zur Verfügung, stellt Kontakte zu anderen Ansprechpartnern her und versucht, Konflikte zwischen Eltern einvernehmlich zu lösen. Er berät, informiert und vermittelt auch Mediationen. Dabei steht das Kindeswohl immer im Zentrum der Arbeit.

Als „Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte“ (ZAnK) steht der ISD im Auftrag der Bundesregierung Privatpersonen und Fachleuten zur Verfügung, stellt Kontakte zu anderen Ansprechpartnern her und versucht, Konflikte zwischen Eltern einvernehmlich zu lösen.

Unter www.ZanK.de können erste Informationen abgerufen werden, die telefonische Beratung ist kostenfrei und findet so oft statt, wie erforderlich. Hier gibt es auch eine spezielle Seite für Kinder.

Der Internationale Sozialdienst ist die deutsche Zweigstelle des International Social Service und Arbeitsfeld im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. Der ISD bearbeitet Fälle mit Auslandsbezug und berät bundesweit kostenfrei die Träger der Sozialarbeit, Behörden, Gerichte, Rechtsanwälte und Privatpersonen. Dabei steht das Kindeswohl im Mittelpunkt. Weitere Informationen zum ISD und seiner Arbeit unter www.iss-ger.de.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer, der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation. Der Deutsche Verein wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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