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Internationale Konferenz „Eldercare Services in Europa – Pflege, familienunterstützende und haushaltsnahe Dienstleistungen für ältere Menschen“

Am 15.-16.09.2011 veranstaltete die Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine internationale Konferenz zum Thema „Eldercare Services in Europa – Pflege, familienunterstützende und haushaltsnahe Dienstleistungen für ältere Menschen“ in Berlin.

Foto Miriam May

















Die insgesamt 175 teilnehmenden Expert/innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, die -aus 15 verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten und der Türkei- angereist waren, kamen an den beiden Konferenztagen zusammen, um sich über Eldercare Services in Deutschland, in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und auf europäischer Ebene und zu informieren, um über europäische gute Praxisbeispiele zu diskutieren und sich zu vernetzen.

Foto Miriam May

In der Eröffnungsrede stellte Dieter Hackler (BMFSFJ) dar, wie die deutsche Bundesregierung das staatliche Gefüge der haushaltsnahen und familienunterstützenden Dienstleistungen in den letzten Jahren durch verbesserte steuerliche Absetzbarkeit weiterentwickelt hat. Zudem verdeutlichte er, dass unterstützende Dienstleistungen besonders Familien und pflegenden Angehörige mehr Zeitsouveränität verschaffen und somit zu einer besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf beitragen können.

Halina Potocka (AGE Platform Europe) erläuterte in ihrem Überblicksvortrag wie unterstützende Dienstleistungen für ältere Menschen in den verschiedenen politischen Prozessen auf europäischer Ebene diskutiert werden. Sie ging vor allem auf die Prozesse innerhalb der EU 2020 Strategie sowie die Konsultation zu Pflegezeiten, welche die Europäische Kommission eröffnet hat, ein. Im ländervergleichenden Überblicksvortrag wurden von Werner Eichhorst (Institut zur Zukunft der Arbeit) ausgewählte gute Praxisbeispiele in den EU-Mitgliedsstaaten vorgestellt, die anschließend in den insgesamt sechs Workshops teilweise ausführlicher behandelt wurden.

In den parallelen Workshops des ersten Tages ging es darum, welche Rolle die Akteure Staat, Unternehmen sowie Dienstleistungserbringer und Dienstleistungsempfänger haben. Die Workshops des zweiten Tages behandelten soziale und technische Infrastrukturen, wie beispielweise Förder- und Gutscheinmodelle sowie Informations- und Kommunikationstechnologien, die die Bereitstellung bestimmter Dienstleistungen unterstützen oder erst ermöglichen. In der Abschlussdiskussion kamen die verschiedenen Akteure der Konferenz nochmals zusammen, um die zwei Tage voller Informationen, Impulse und Diskussionen zu bilanzieren: Pflege, familienunterstützende und haushaltsnahe Dienstleistungen sind für die Betroffenen notwendig und erleichtern die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

Der europäische Vergleich zeigt, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt die Lebenssituation für alle Beteiligten, aber vor allem für die Nutzer/innen von Dienstleistungen zu verbessern. Nun gilt es zu analysieren, inwiefern und in welchem Umfang die verschiedenen Lösungsansätze in die unterschiedlichen Mitgliedsstaaten  übertragbar sind.

Derzeit wird eine Dokumentation zur Konferenz erstellt, die anschließend sowohl an die Teilnehmenden der Konferenz als auch an die Fachöffentlichkeit versendet wird.