Mehr Zeit für Familien – Experten fordern Politik und Wirtschaft zum Umdenken auf
Expertinnen und Experten fordern auf Dialogveranstaltung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. zum 8. Familienbericht eine stärkere Berücksichtigung zeitlicher Bedürfnisse von Familien.
Berlin, 22.02.2011. Familien mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen müssen zeitlich besser entlastet werden – das forderten Expertinnen und Experten auf der heutigen Dialogveranstaltung des Deutschen Vereins mit Vertretern der Sachverständigenkommission zum 8. Familienbericht.
Der 8. Familienbericht zum Thema „Zeit für Verantwortung in der Familie“ soll der Bundesregierung von der Sachverständigenkommission diesen Sommer vorgelegt werden. Als Vertreter der Kommission diskutierten Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, und Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider, Leiter des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster, mit den anwesenden Expertinnen und Experten über die Schwerpunkte des Berichts.
Arbeitszeiten, Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen und Schulen, Behörden, Geschäften, Dienstleistungen und Zeiten des öffentlichen Personennahverkehrs sind bislang völlig unzureichend auf die zeitlichen Bedürfnisse von Familien eingestellt. Es ist im Interesse der Kommunen, die Passgenauigkeit dieser Zeiten zu erhöhen und zu optimieren. Der Bund muss die Wirtschaft mehr in die Pflicht nehmen, um Beschäftigten familienbewusste Arbeitszeiten zu ermöglichen. Dies gilt auch für Erwerbstätige mit Pflegeaufgaben, die nur unzureichende Unterstützung erfahren. „Familien sind Leistungsträger der Gesellschaft. Es muss im Interesse von Politik und Wirtschaft liegen, Zeitkonflikte beim Spagat zwischen Beruf und Familie zu entschärfen“, sagt Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins.
Der Deutsche Verein hat bereits in seinen Empfehlungen zur Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben Impulse zur Verbesserung infrastruktureller und zeitpolitischer Rahmenbedingungen gegeben. Ergänzend ist kürzlich eine Expertise zur kommunalen Zeitpolitik für Familien erschienen, die Ansätze, Erfahrungen und Möglichkeiten der Praxis vermittelt.
Weitere Informationen unter:
http://www.deutscher-verein.de/05-empfehlungen/empfehlungen_archiv/2009/pdf/DV%2004-09.pdf.
Bild v. l. n. r.: Dr. Siegfried Haller, Jugendamt der Stadt Leipzig; Johanna Possinger (DV); Ulrike Peifer (DV); Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider, Leiter des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster.



