Gesundheitliche Teilhabe auch für Benachteiligte sicherstellen
Deutscher Verein: Grundlegende Versorgungsdefizite beseitigen
Auf seiner gestrigen Präsidiumssitzung hat der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. konkrete und schnelle Verbesserungen der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderung, chronisch Kranker sowie hilfebedürftiger Menschen gefordert. „Insbesondere in der Versorgungsstruktur und bei besonderen finanziellen Belastungen muss dringend nachgebessert werden“, betont Wilhelm Schmidt, Präsident des Deutschen Vereins.
„Im Licht der Europäischen Sozialschutzziele, die den gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen beinhalten, und der Ende letzten Jahres auch von Deutschland ratifizierten Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen ist unser Gesundheitssystem schlecht aufgestellt." Dies sei zum Teil auch auf die letzte Gesundheitsreform zurückzuführen.
So würden beispielsweise finanzielle Belastungen benachteiligter Personen derzeit weder über das Sozialgesetzbuch V (Gesetzliche Krankenversicherung) noch über das Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) bzw. XII (Sozialhilfe) aufgefangen. Eine Anpassung der allgemeinen Regelsätze wird daran nach Einschätzung des Deutschen Vereins kaum etwas ändern. „Starke gesundheitliche Belastungen wie schwere Neurodermitis gehen weit über das durchschnittliche Maß hinaus. Hier und bei anderen chronischen Erkrankungen muss eine Kostenübernahme gewährleistet sein. Auch das Angebot spezieller Behandlungszentren für Menschen mit Behinderung muss stark ausgebaut werden. Wir hoffen, mit unseren Empfehlungen entsprechende Impulse geben zu können. Sie richten sich an alle Akteure des Gesundheitswesens“, so Wilhelm Schmidt.



