Wohnortnahe Gesundheitsversorgung muss Vorrang haben
Deutscher Verein: Europäische Gesundheitspolitik darf sich nicht auf ökonomische Aspekte beschränken
In einer gestern verabschiedeten Stellungnahme zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung warnt der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. vor einer rein wirtschaftlichen Diskussion um die Versorgung von Patienten im Ausland. Ziel einer europäischen Gesundheitspolitik dürfe nicht die Förderung des Medizintourismus sein, etwa im Bereich Zahnersatz, sondern die sinnvolle Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitssystemen.
„Die Koordinierung der Sozialversicherungssysteme bietet schon heute allen Patienten, für die eine Behandlung während eines Auslandsaufenthaltes notwendig wird, eine flächendeckende Versorgung und ausreichenden Schutz im EU-Ausland. Diese Zusammenarbeit gilt es zu modernisieren und weiter auszubauen, damit sich Patienten im Ausland unter Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte problemlos und unbürokratisch behandeln lassen können“, so Wilhelm Schmidt, Präsident des Deutschen Vereins.
Grundsätzlich jedoch wünschten sich die meisten Patienten eine möglichst wohnortnahe Versorgung in ihrer Region. Auch der Lage sozial schwächerer und mobilitätsbeschränkter Personen werde durch flächendeckende Strukturen besser Rechnung getragen.



