In die richtige Richtung – aber zu kurz gesprungen
Der Deutsche Verein hält den Entwurf zum Präventionsgesetz nicht für überzeugend.
„Vorbeugen ist besser als heilen“, sagte Dr. Konrad Deufel, Vorsitzender des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, als er gestern eine Stellungnahme zum Präventionsgesetz vorstellte. „Der Deutsche Verein unterstützt nachdrücklich das Vorhaben, Prävention gesetzlich zu stärken. Der vorgelegte Gesetzentwurf kann hierzu aber nur ein erster Schritt sein. Insgesamt muss man sagen: Das vorliegende Konzept der Regierungskoalition ist kein großer Wurf.“
In seiner Stellungnahme macht der Deutsche Verein deutlich, dass Kommunen und Wohlfahrtspflege im Bereich der Prävention bereits seit langem sehr aktiv sind. Die Kommunen erbringen durch den öffentlichen Gesundheitsdienst eine Vielzahl von präventiven Angeboten und Leistungen, die im Gesetzentwurf ausgeblendet bleiben. Der Deutsche Verein kritisiert, dass der Gesetzentwurf mit der Stiftung Prävention eine überflüssige Bürokratie schafft, die wenig transparent ist. Begrüßenswert ist, dass auf Länderebene Präventionsprojekte im Lebensalltag der Menschen - beispielsweise an Kitas, Schulen und sozialen Brennpunkten - etabliert werden sollen.
Der Deutsche Verein setzt sich für ein differenziertes und umfassendes Herangehen an das Thema Prävention ein. „Prävention muss gesamtgesellschaftlich gedacht werden“, betonte Dr. Deufel. „Das bedeutet, dass letztlich der Steuerzahler gefordert ist. Ich frage mich, ob der Bund so einfach über das Geld der Beitragszahler verfügen kann bei einer Aufgabe, die doch uns allen nutzt.“
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge ist ein europaweit einzigartiges Forum, in dem sich Kommunen und deren Verbände sowie Wohlfahrtsverbände und ihre Einrichtungen über Fragen der sozialen Arbeit auseinandersetzen. Er meldet sich regelmäßig zu sozialpolitischen Fragen zu Wort.



