Europa altert: Lokale Ansätze haben Vorrang
Wie die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten mit den Folgen des demografischen Wandels umgehen, ist Angelegenheit der jeweiligen Mitgliedstaaten. Europäische Initiativen sind als flankierende Maßnahmen sinnvoll, rechtlich sind sie jedoch nachrangig, betont der Deutsche Verein in seiner Stellungnahme „Angesichts des demografischen Wandels - Eine neue Solidarität zwischen den Generationen“.
„Der demografische Wandel in Europa ist ein länderübergreifendes Phänomen – zu lösen sind die Probleme aber vor Ort.“ So erläuterte Dr. Konrad Deufel, Vorsitzender des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, die Stellungnahme zum Grünbuch der Europäischen Kommission. „Jeder Mitgliedstaat, jede Region, jede Kommune und jeder Bürger erlebt den demografischen Wandel auf eine andere Weise. Daher darf Europa nur dort tätig werden, wo das gemeinsame Handeln einen Mehrwert bietet. So sieht es auch das Europarecht vor.“ Eine wichtige Rolle für die EU bestehe aber darin, das Bewusstsein über die Folgen des demografischen Wandels in Europa zu fördern.
Der Deutsche Verein begrüßt, dass das Grünbuch erstmals die Generationensolidarität und -gerechtigkeit in den Mittelpunkt der Überlegungen stellt. Dieser Gedanke muss sich in politischen Ansätzen wiederfinden: Wünschenswerte Veränderungsprozesse müssen zwischen den älteren und den nachwachsenden Generationen ausbalanciert werden und den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Chancengerechtigkeit entsprechen. Ein negatives Bild älterer Menschen und die Dramatisierung des Phänomens verhindern.



