Weiter Weg zum Pflegekonsens
Erste Einigung über Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen
Das Zwischenplenum zum Runden Tisch Pflege hat am 19. April 2005 erste Schritte zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen gemacht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einigten sich auf begrüßenswerte Empfehlungen, etwa um Doppelarbeit bei der Aufsicht über Pflegeeinrichtungen zu vermeiden.
Der Runde Tisch Pflege, ein Forum aus Verbänden, Ländern und Kommunen, Praxis und Wissenschaft, wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Herbst 2003 einberufen. Ziel ist, die Situation hilfe- und pflegebedürftiger Menschen zu verbessern. Eine solche Verbesserung ist aus Sicht des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge nur dann demographisch nachhaltig, wenn zwischen kurzfristiger und mittel- und langfristiger Planung unterschieden wird. Auch die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sind zu untersuchen. Diese Themen wurden aus dem Runden Tisch Pflege bislang ausgeklammert, um den schwierigen Moderationsprozess zu erleichtern.
Der Runde Tisch hat das politische Ziel, eine Charta des hilfe- und pflegebedürftigen Menschen zu entwickeln. Diesem Ziel hat sich das Plenum in einigen Punkten angenähert. „Es bedarf noch weiterer Überlegungen, welche eigenständige Bedeutung eine solche Charta für die hilfe- und pflegebedürftigen Menschen haben soll“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Vereins, Dr. Konrad Deufel. „Die Charta sollte zudem ein realistisches Bild der Pflege zeichnen.“
Der Prozess zum Runden Tisch Pflege befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase. Es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller beteiligten Institutionen und Verbände, der Wissenschaft und der beiden Bundesministerien, um die Ergebnisse des Zwischenplenums nachhaltig in die Praxis umzusetzen.Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge ist das gemeinsame Forum der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und der Kommunen. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen im Sozialrecht und Recht der sozialen Dienste.



